Verkehrsgeschichtliches aus Bremen und Nordwestdeutschland
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Stillgelegte elektrische Kleinbahn Emden

Am 17. Oktober 1883 unterzeichnete der Bäckermeister Poppinga mit der Stadt Emden einen Vertrag über den Betrieb einer Pferdebahn zwischen dem Bahnhof, dem Rathausbogen und der Flutlandungsbrücke Nesserland.
Der Schwager des Bäckermeisters verlegte die ersten Schienen zwischen Bahnhof und Rathaus. Während den Probefahrten mit gebraucht gekauften Pferdebahnwagen stellte sich heraus, dass diese ständig entgleisten. Das Emdener Bauamt forderte Bäcker Poppinga auf, neuartige Rillenschienen zu verlegen. Dies konnte Poppinga sich nicht leisten und gab auf. Schienen und Wagenmaterial veräußerte er an die neugebaute Borkumer Inselbahn.

Nachdem im Jahre 1901 der Emdener Außenhafen für Schiffe aus dem Ruhrgebiet eröffnet wurde, bemühte sich die Stadt um eine Anbindung des vier Kilometer von der Innenstadt entfernten Hafengebiets mit einer Straßenbahn. Die AEG erhielten bei einer Ausschreibung den Zuschlag für Bau und Betrieb. Am 23. Februar 1902 nahm die elektrische Kleinbahn Emden ihren Betrieb zwischen dem Rathaus am Alten Markt, dem Ratsdelft, der Helgoländer Straße und dem Bahnhof am Außenhafen auf.

Am 1. April 1952 endete die fünfzigjährige Betriebskonzession der von den AEG betriebenen Kleinbahn. Da kostspielige Gleisbauarbeiten erfolderlich wurden und die Stadt Emden den Betrieb selbst organisieren und finanzieren hätte müssen, entschied sich die "verarmte" Verwaltung, am 30. April 1953 den Straßenbahnbetrieb einzustellen.


Eckdaten Emdener Straßenbahn


Eröffnung: 23.2.1902
Stilllegung: 30.4.1953
Spurweite: 1000 mm
Netzspannung: 500 V

 

Quelle: Höltge, D. (1992): Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 2: Niedersachsen und Bremen. Erfurt: EK-Verlag.