Verkehrsgeschichtliches aus Bremen und Nordwestdeutschland
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Pferdebahn und Obus Oldenburg
Die Stadt, in der es der öffentliche Nahverkehr schwer hatte

Am 16. Mai 1884 wurde ein Pferdebahnnetz, bestehend aus drei (später vier) Linien, in Oldenburg eröffnet:

Donnerschweer Straße <> Pferdemarkt <> Schloss <> Cäcilienbrücke
Artilleriekaserne <> Hafen <> Centralbahnhof
Donnerschweer Straße <> Centralbahnhof
(und später:) Pferdemarkt <> Lindenhof

Aus Kostengründen wurde das gesamte System eingleisig angelegt. Die Länge der Trassen betrug zur Einführung 4,7 Kilometer. Die Pferdebahnzeit in Oldenburg währte nicht lang: Bereits am Jahresende 1884 musste der Betrieb eingestellt wurden, da die im Schnitt mit nur sieben Stundenkilometer äußerst langsam verkehrende Bahn von den sparsamen Oldenburgern nicht angenommen wurde, da diese weiterhin zu Fuß liefen.
Die Stadt aber gab nicht auf, und gewährte einem neuen Unternehmen einen jährlichen Zuschuss von 2200 Mark für den Weiterbetrieb der Bahnen. Am 9. April 1887 wurde der Betrieb auf drei Linien wieder aufgenommen, doch bereits am 28. November 1888 musste die mittlerweile heruntergewirtschaftete Bahn endgültig aufgeben.

Den Stadtverkehr übernahmen die Busse der Bremer Vorortbahnen. Ab 1936 wurde in Oldenburg das erste zusammenhängende Obus-Netz im Deutschen Reich aufgebaut. Folgende Linien wurden eröffnet:

26. September 1936: Markt <> Nadorst (4,1 Kilometer)
24. Oktober 1936: Markt <> Kreyenbrück (4,2 Kilometer)
3. Februar 1937: Markt <> Flughafen (4,6 Kilometer)
ebenfalls 3. Februar 1937: Markt <> Bahnhof (1,5 Kilometer)
1941: Markt <> Eversten (3,9 Kilometer)

Im Zuge des Umbaus Oldenburgs zur "autogerechten Stadt" mussten zwischen 1955 und dem 26. Oktober 1957
alle Obuslinien stillgelegt und auf Dieselbetrieb umgestellt werden.



Quelle: Höltge, D. (1992): Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 2: Niedersachsen und Bremen. Erfurt: EK-Verlag.