Verkehrsgeschichtliches aus Bremen und Nordwestdeutschland
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Fähren in Bremen




Fähre Farge <> Berne

Die Farger Fähre verkehrt seit dem 10. Jahrhundert bis zum heutigen Tage und
wird von der
» FBS Bremen-Stedingen
betrieben
. Auch der Ortsname Farge geht auf das dänische Wort "Faerge" für Fähre zurück. Bis 1919 verkehrten an dieser Fährstelle Ruderboote. Seit 1960 ist an dieser Überfahrt eine Schwerlastfähre im Einsatz.

Fähre Blumenthal <> Motzen

Die Fähre Blumenthal ist seit dem 16. Jahrhundert in Betrieb. In den 60er Jahren war der Fährbetrieb hauptsächlich für Werftangestelle interessant. Im Jahre 1970 wurde der alte Familienbetrieb an die Stadt Bremen verkauft. Seit dem 1. Juli 1975 ist die Fähre auch für den PKW-Verkehr nutzbar. 1984 wurden sogar 1,1 Millionen Fahrgäste und 400.000 transportierte Fahrzeuge gezählt.
Die Fähre wird von der » FBS Bremen-Stedingen betrieben.

Fähre Aumund <> Lemwerder

Diese im 16. Jahrhundert eingerichtete Fährverbindung wurde 1967 eingestellt. Nach 1967 wurde von der Bremer Vulkan ein firmeninterner Fährbetrieb aufrechterhalten. Die Aumunder Fähre stand aber immer im Schatten der erfolgreichen Vegesacker Linie und erwies sich deshalb für viele Pächter als unlukrativ.

Fähre Vegesack <> Lemwerder

Die noch heute existierende Fährstelle wurde erstmals im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Bis 1889 waren Ruderschiffe an dieser Stelle im Einsatz, dann folgten Dampfschiffe. 1923 konnte nach einer Unterbrechung des Motorfährbetriebs, weil sich ein von der Stadt Vegesack neugebautes Elektroschiff als ungeeignet erwies und deshalb zeitweise wieder Ruderboote eingesetzt wurden, der Schiffsführer Niekamp die Fährstelle pachten. Bis heute ist die mittlerweile zur Autofähre avancierte Verbindung unter der Obhut der Familie Niekamp. Mehrere Brücken- und Tunnelprojekte bei Vegesack kamen bislang nicht zur Ausführung. Auch das ist ein Grund, dass die Vegesacker Fähren zu den profitabelsten Binnenschiffsverbindungen in Deutschland zählt.
» FBS Bremen-Stedingen betreibt die Fähre.

Fähre Niederbüren <> Altenesch

Die 1899 eingerichtete Verbindung wurde kriegsbedingt 1942 aufgegeben.

Fähre Mittelsbüren <> Hasenbüren

Vom 15. Jahrhundert bis zum Jahre 1960 existierte hier eine Fährstelle für die Landwirte der linken Weserseite, die ihr Vieh am anderen Ufer weiden ließen.

Fähren Seehausen <> Häfen

Zwischen 1906 und 1938 verkehrten hier bis zu drei Fährlinien. Früher brachten die Seehauser Bauern ihre Viehherden zum Weiden auf die rechte Weserseite. Im Jahre 1906 richtete die AG Weser (die den Industriehafen erbaut hatte) den regelmäßigen Personen-Fährverkehr nach Seehausen ein. Auf der rechten Weserseite bestand Anschluss an die Straßenbahnlinie 11. Bis 1928 war auch eine zweite Fährlinie vom Krugwirt Molde im Einsatz, die bis 1938 vom Schankwirt Mester übernommen wurde.

Fähre Lankenau <> Gröpelingen

Von 1905 bis 1957 war zwischen den beiden Weserseiten ein Werftdampfer
unterwegs, der von der AG Weser betrieben wurde. Zwischen 1957 und 1981 wurde der Fährbetrieb von der Woltmershauser Fähre und dem Schiff "Gröpeln" abgewickelt.

Fähre Woltmershausen <> Atlaswerke

In den Jahren 1901 bis 1981 ein Fährschiff zu den Atlaswerken in Betrieb. Über achtzig Prozent der Woltmershauser Arbeitnehmer waren in den Werken auf der rechten Weserseite beschäftigt. In den Anfangsjahren des Werkbetriebs waren zum Schichtwechsel über 200 private Ruderboote zur Weserüberquerung in Einsatz. Am Silvesterabend des Jahres 1981 musste die Fähre wegen rückläufiger Fahrgastzahlen ihren Betrieb einstellen. Das Fährschiff "Gröpeln", das zuletzt auf der Woltmershauser Fähre im Einsatz war, wurde 1982 vom Bremer Senat nach Nicaragua verschenkt, um auf dem Nicaraguasee in Dienst gestellt zu werden. Dort kam es aber nie an, da es auf einer Sandbank strandete und von oppositionellen Guerillakämpfern besetzt und zerstört wurde.

Fähre Bindwams <> Neustadt

Von 1720 bis 1894 gab es bei Bindwams eine Fährverbindung. Nach der Eröffnung der Kaiserbrücke 1875 konnte sich die Fähre noch knapp zwanzig Jahre behaupten, bevor die "Brücken-Konkurrenz" zu groß wurde und den Pächter zur Einstellugn zwang.

Fähre Schlachte <> Neustadt


Diese Überfahrt existierte zwischen 1339 und dem Jahr 1875, als die "Kaiserbrücke" fertiggestellt wurde.

Fähre Martini <> Teerhof

Als Ersatz für die zerstörte Weserbrücke wurde zwischen 1945 und 1947 eine Fährverbindung eingerichtet. Die Überfahrt war kostenlos.

Fähre Altenwall <> Werderstraße

Zwischen 1818 und 1938 existierte am Altenwall eine Fähre, die die Passagiere zurm Oberweserhafen und zur Flußbadeanstalt über die Weser brachte. 1938 musste aufgrund rückläufiger Fahrgastzahlen der Fährbetrieb eingestellt werden.

Fähre Sielwall <> Strandweg

Bis heute verkehrt die 1736 eröffnete Fährverbindung am Osterdeich. Im 18. Jahrhundert diente sie dem Milchtransport vom Stadtwerder ins Ostertorviertel. Als unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs von der Stadt Bremen erlaubt wurde, die Parzellen auf dem Stadtwerder mit den sogenannten kleinen "Wilhelm-Kaisen-Häuschen" zu bebauen, erlebte der Fährbetrieb Hochkonjunktur. Am 1. Oktober 1971 sollte die Fähre eingestellt werden, um die Bauarbeiten für die » Mozartbrücke vorzubereiten. Da sich aber kurze Zeit später aufgrund massiver Bürgerproteste gegen den Bau der Brücke entschieden wurde, konnte der Fährbetrieb bis 1983 weiter aufrechterhalten bleiben, allerdings war die Fähre sehr unrentabel und der Fährmann ging in Konkurs. Die » Bürgerinitiative "Hal över" organisierte Spendengelder. Ihr gelang es auch einen Verein zu gründen und u.a. mit großen Werbeaktionen (zum Beispiel "Park&Ship" - auf dem Stadtwerder parken und zum Stadion mit der Fähre überholen) den Fährbetrieb zu sanieren und bis heute eigenwirtschaftlich zu betreiben.

Hillebrecht-
Fähre

Vom 18. Jahrhundert bis 1968 gab es hier eine Fährstelle. 1910 einigte sich der Inhaber der Fährstelle namens Otto Hillebrecht mit dem Cafébesitzer Jürgens auf eine regelmäßige Ruder-Fährverbindung. Am 23. Mai 1914 wurde diese Fährlinie eingerichtet. Allerdings wütete im Jahr 1917 die Maul- und Klauenseuche in Habenhausen. Man entschied sich dazu, die Fähre zum Peterswerder (am heutigen Weserstadionbad) zu verlegen. Ab 1926 kamen dann Motorfähren zum Einsatz. Der Bau der "Erdbeerbrücke" brachte allerdings am 23. September 1968 das Aus für diese Fährverbindung.


Fährfotos und Angaben zu den Fährschiffen entlang der gesamten Weser
» finden Sie bei unserer Partnerwebseite Fjordfaehren.de


Längsweser-Schifffahrtslinien

Bremen Nord <> Bremen-Stadt
1817 wurde das Dampschiff "Die Weser" in Dienst gestellt und verband fortan Vegesack mit der Bremer Altstadt. Mit Bau der Eisenbahn wurde diese Verbindung allerdings eingestellt.

Bremen, Schlachte <> Bremerhaven <> Helgoland
Die » Reederei Warrings mit Sitz in Wittmund betreibt heute diverse Fährverbindungen von der Bremer Schlachte nach Bremerhaven und Helgoland.

Die » Reederei Hal över mit Sitz in Bremen betreibt eine Weser-Längsfähre von Bremen nach Bremerhaven, mit folgenden Anlegestellen:

Bremen Martinianleger
Pier 2 (Waterfront)
Mittelsbüren, Moorlosen Kirche
Vegesack
Blumenthal
Farge
Brake
Nordenham Unionpier
Bremerhaven Seebäderkaje

Außerdem gibt es Gelegenheitsfahren nach Oldenburg und Verden (Aller).


Quelle: Roder, H. (1988): Fähren: "Hal över" ade! In: derselbe (Hrsg.): Verkehr in Bremen. Bremen: steintor verlag.