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Stillgelegter Straßenbahn-, S-Bahn- und Obusbetrieb in Wilhelmshaven
Gökerstr.
(1915)
Im Jahre 1912 einigten sich nach
langem Tauziehen die sich in puncto Straßenbahnbau gegenseitig nicht
ganz grün gewesenen Nachbarstädte Wilhelmshaven und Rüstringen,
sodass am 17. März 1913 fünf städteübergreifende Linien
eröffnet werden konnten:
Linie I: Bahnhof Rüstringen <> Markstraße
<> Bahnhof Wilhelmshaven <> Ebertstraße <> Gökerstraße
Ecke Hegelstraße (<> Friedenstraße, ab 18. Juni
1913)
Linie
II: Bahnhof Rüstringen <> Markstraße
<> Bahnhof Wilhelmshaven
<> Rheinstraße <> Kaiser-Wilhelm-Brücke (<>
Strandhalle, ab 18. Juni 1913)
Linie
III:
Bismarckstraße Ecke Jachmannstraße <> Gökerstraße
Ecke Hegelstraße
(<> Friedenstraße, ab 18. Juni 1913)
Linie
IV:
Luisenstraße <> Rheinstraße <> Bahnhof Wilhelmshaven
<> Ebertstraße <> Rheinstraße <> Kaiser-Wilhelm-Brücke
(<> Strandhalle, ab 18. Juni 1913)
Linie
V:
Luisenstraße <> Rheinstraße <> Bahnhof Wilhelmshaven
<> Gökerstraße Ecke Hegelstraße
<> Bismarckstraße Ecke Jachmannstraße
Marktstr. (1917)
Nach dem Versailler Vertrag und den damit verbundenen Kürzungen des
Marineaufgebots am Standort Wilhelmshaven, wurde der Straßenbahnverkehr
in den beiden Nachbarstädten auf drei Linien gekürzt. Die verbleibenden
Linien bekamen außerdem Nummern:
Linie 1: Bahnhof Rüstringen <> Bahnhof Wilhelmshaven
<> Friedenstraße
Linie 2: Luisenstraße <> Bahnhof Wilhelmshaven
<> Strandhalle
Linie 3: Gökerstraße <> Jachmannstraße
Während der Wiederaufrüstung in den 1930er Jahren gelangte auch
der Straßenbahnbetrieb wieder zu mehr Bedeutung in der mittlerweile
zu einem 400.000 Einwohner zählenden Wilhelmshaven vereinigten Doppelstadt.
Im Zweiten Weltkrieg musste unter
der starken Bombadierung des Marinestandortes der Betrieb eingestellt
werden: Die Bahnanlagen waren fast vollständig zerstört worden.
Ersatzweise wurden zwei Oberleitungsbuslinien eingerichtet. Die erste
Linie wurde am 1. Oktober 1942 zwischen der Schaar, dem Hauptbahnhof,
Rüstersiel und Voslapp eröffnet. Eine zweite Linie folgte im
Jahr 1944 zwischen Jever und Wilhelmshaven. Nach nur zehn Jahren wurde
diese fast zwanzig Kilometer lange Obusstrecke am 30. September 1954 eingestellt.
Im Jahre 1960 wurde der Anhängerverkehr für Obusse verboten
und so entschieden die Städtväter die Umstellung der letzten
Linie auf Dieselgelenkomnibusbetrieb.
Zwischen 1941 und 1964 verkehrten auf den Gleisanlagen
der Marinebahn auch Personenzüge der "Wilhelmshavener Vorortbahnen".
Folgende Streckenabschnitte wurden befahren:
Linie A: Gökerstraße <> Jachmannstraße
<> Mühlenweg <> Neuengroden <>
Maadebrücke <>
Hochschuldorf <>
Fedderwardergroden <>
Voslapp
Linie B: Sande <> Sande-Nord
<> Ems-Jade-Kanal <>
Middelsfähr <> Schaardeich <>
Schaar <> Lager Altengroden <>
Maadebrücke <> Hochschuldorf <>
Hörn <> Voslapp
Linie C: Friedrich-Wilhelm-Platz <>
Westwerft <> Mariensiel <>
Sande-Nord <>Sande
Quelle: Höltge, D. (1992): Straßen- und
Stadtbahnen in Deutschland. Band 2: Niedersachsen und Bremen. Erfurt:
EK-Verlag.
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